Oberasbachs Finanzen: Ein klares Konzept und viele Schritte für den Weg aus der Krise
Wie kommt unsere Stadt aus dem Minus ohne dabei wichtige Aufgaben zu vernachlässigen? Die Verwaltung hat in den vergangenen Monaten nicht nur die Ursachen für die finanzielle Schieflage analysiert, sondern vor allem konstruktive Lösungen erarbeitet. Alle Abteilungen und Sachgebiete prüfen fortlaufend gemeinsam mit der Ersten Bürgermeisterin, dem Zweiten Bürgermeister und der Kämmerei sämtliche Einnahmen, Ausgaben und geplante Projekte systematisch.
Dabei stehen drei Fragen im Mittelpunkt: Lassen sich Pflichtaufgaben kostengünstiger erfüllen? Welche freiwilligen Leistungen können reduziert werden, ohne das öffentliche Leben übermäßig einzuschränken? Wie lassen sich die Einnahmen der Stadt erhöhen? Während des Prozesses stellte die Verwaltung dem Stadtrat die jeweiligen Zwischenschritte vor und erhielt grünes Licht für die Fortsetzung des Prozesses. In der Sitzung vom 23. Februar 2026 beschloss das Gremium den Entwurf des Konsolidierungskonzepts.
Der schwierige Weg aus der Krise
Die Stadt steht vor einem strukturellen, über viele Jahre gewachsenen Problem. Dies ist kein Einzelfall: Die überwiegende Anzahl der Kommunen in Deutschland befindet sich in einer ähnlich schwierigen Situation. Seit dem zweiten Quartal 2025 hat die Stadtverwaltung einen weiteren Schritt zur finanziellen Gesundung gemacht: Sie erstellte das geforderte Konsolidierungskonzept und legte es dem Stadtrat zur Abstimmung vor.
Auf Grundlage des Konzepts entstand der Haushalt 2026 inklusive des Finanz- und Investitionsplans bis 2029. Während das Konsolidierungskonzept vor allem den Weg zum Ausgleich der fehlenden 15,1 Millionen € in den Mittelpunkt stellt, zeigt der Haushalt die konkreten Schritte zur Wiederherstellung derfinanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt auf (zur Beschlusslage s. Stadtratsbericht vom 23. Februar, S. XX).
Eckpunkte der Konsolidierung
Die Stadt Oberasbach will bis 2029 schrittweise aus dem Minus kommen. Eckpunkte der Konsolidierung sind
- die Beschränkung auf kommunale Pflichtaufgaben wie Schulen und Straßen
- die Streichung oder Einschränkung von freiwilligen Leistungen wie beispielsweise städtischen Veranstaltungen oder Vereinszuschüssen
- und die Erhöhung der Einnahmen.
Einfach ausgedrückt: Die Ausgaben müssen reduziert und die Einnahmen erhöht werden. Ein Beispiel hierfür sind die bereits eingeführten Jahresgebühren der Stadtbücherei. Des Weiteren wird die Volkshochschule als kommunale Einrichtung die Gebühren ab 2028 weiter erhöhen.
Die Streichung von Zuschüssen an Vereine und freiwillige Mitgliedschaften in Organisationen wurden schon im Oktober 2025 beschlossen und bringen rund 134.000 € ein.
Auf der Einnahmenseite wird kein Weg an Steuererhöhungen vorbeiführen. Da die Gewerbesteuer in Oberasbach auf dem Niveau vergleichbarer Gemeinden liegt, ist eine Erhöhung der im Vergleich unterdurchschnittlichen Grundsteuer B der sinnvollere Ansatz. Die endgültige Beschlussfassung wird vermutlich im März erfolgen. Die Ende 2025 angehobene Hundesteuer bringt rund 29.000 € pro Jahr.
Im vergangenen Jahr beriet der Stadtrat mehrfach über Grundstücksverkäufe. Insgesamt hofft die Stadt auf einen Erlös von 7,2 Mio. €. Ob und wann diese Summe erreicht wird, muss sich allerdings zeigen.
Zweiter Bürgermeister Norbert Schikora zeigte sich während der Beratungen über das Konzept vorsichtig optimistisch: „Die bereits durchgeführten und geplanten Maßnahmen der Haushaltskonsolidierung sind ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung. Nun muss die Stadt die angefangene Konsolidierung konsequent fortführen um handlungsfähig zu bleiben und sich zukünftig wieder finanziellen Spielraum verschaffen zu können.“
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