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Staffelübergabe beim Aktionskreis Fairtrade

  • Aktions- & Arbeitskreise
  • Nachhaltigkeit, Umwelt & Klima
Neun Frauen und Männer vor einem Kupfer-Relief, die Dame in der Mitte hält ein Abschiedsgeschenk
Christa Bartsch (Mitte) umrahmt von ihren Nachfolgern Andreas Fleischmann und Gertrud Forman sowie weiteren Engagierten für den Fairen Handel

Nach über zehn Jahren als Sprecherin des Oberasbacher Aktionskreises Fairtrade zieht sich Christa Bartsch nun aus privaten Gründen von diesem ehrenamtlichen Engagement zurück. Ihre Nachfolger sind Gertrud Forman und Andreas Fleischmann, die den AK ebenfalls seit Anbeginn unterstützen. Im folgenden Interview blickt Christa Bartsch noch einmal zurück.

Liebe Frau Bartsch, was war der Grund für Ihr Engagement beim AK Fairtrade?

„Für den Fairen Handel setze ich mich seit vielen Jahren und auch weiterhin ein, weil mir Gerechtigkeit wichtig ist und weil die Menschen, die für uns Lebensmittel erzeugen und Produkte fertigen, einen angemessenen Lohn sowie gute Lebens- und Arbeitsbedingungen verdient haben. Ich genieße gerne mit gutem Gewissen gegenüber Mensch, Tier und Natur. Außerdem macht es mir Spaß, mich mit netten Menschen für ein Ziel einzusetzen, Aktionen zu planen und durchzuführen.“

Seit Ende 2015 gibt es den AK Fairtrade. Was für eine Rolle spielte er bei Oberasbachs Zertifizierung als Fairtrade-Stadt?

„Seit 2017 darf Oberasbach den Titel Fairtrade-Stadt führen. Beim Aktionskreis laufen die Fäden zusammen, er fungiert als Bindeglied zwischen dem Handel, der Kommune und den Vereinen und Institutionen, die sich der Bewegung angeschlossen haben. Er hat die Zertifizierung initiiert und weist die Einhaltung der Bedingungen alle zwei Jahre im Rahmen der Rezertifizierung nach. Im Februar 2025 konnten wir uns über die vierte Re-Zertifizierung freuen, nächstes Jahr heißt es dann ‚Zehn Jahre Fairtrade-Stadt Oberasbach‘.“

Ihre ersten Aktionen waren faire Pop-up-Cafés im Treffpunkt Alte Post-Vorgänger B.I.T. und im Rathausfoyer. Welche Projekte sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

„Schöne und eindrucksvolle Veranstaltungen, die wir organisiert haben, waren Multivisionsvorträge über den Fairen Handel in den Anden 2017 und eine faire Weltreise 2019. Sehr beeindruckend war auch das PREDA-Musical mit Darstellern von den Philippinen, das 2018 vom Kulturamt nach Oberasbach geholt und in der Jahnhalle aufgeführt wurde. Sehr deutlich wurde dabei, dass Kinderrechte nicht selbstverständlich sind und Kinder dort vielen Gefahren ausgesetzt sind. Da ist die Hilfe und Unterstützung z.B. durch die Organisation PREDA, die u.a. fair erzeugte Mango-Produkte anbietet, enorm wertvoll. Eines der Highlights, die der Aktionskreis gestemmt hat, war die selbstgestaltete Bilderreihe mit Aussagen von Fairtrade-Botschaftern aus Oberasbach, die wir mit einer schönen Feier 2019 im Rathausfoyer vorgestellt haben. Bis heute werden die Bilder auch immer wieder bei Veranstaltungen/Ausstellungen gezeigt. In der Corona-Zeit 2020 habe ich einen fairen Adventskalender in Facebook mit schönen Preisen gestaltet. Eine tolle Sache war es auch, zu Stadtfesten das schön bemalte „Fairmobil“ auszuleihen und so den Fairen Handel besonders gut sichtbar zu machen. Auch in einem Schaukasten im Rathausumfeld haben wir von 2016 bis 2022 auf faire Produkte und Themen aufmerksam gemacht. Der Aktionskreis Fairtrade ist auch Teil der Steuerungsgruppe des Landkreises und veranstaltet jedes Jahr eine Filmvorführung im Rahmen des Agenda-2030-Kinos. Hier haben sich auch immer wieder gemeinsame Veranstaltungen mit unseren Fairtrade-Schulen ergeben: Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium wurde 2017, die Grundschule Altenberg 2025 als Fairtrade-Schule zertifiziert. Bei beiden Feiern war der Aktionskreis dabei. Dass der Gedanke der Fairness und Einhaltung der Menschenrechte auf der ganzen Welt schon unsere Kinder und Jugendlichen erreicht, ist sehr wichtig, denn sie gestalten die Welt von morgen.“

Was sind Ihre persönlichen Lieblingsprodukte aus Fairem Handel?

„Vor allem natürlich Kaffee, aber auch Bananen und Orangensaft. Außerdem alles was man zum Kochen asiatischer Gerichte braucht, wie z.B. Reis, Kokosmilch, Curry. Und Backzutaten wie brauner Zucker, Kakao, Schokolade, Rosinen, Kokosraspeln, Nüsse. Ich verschenke auch gerne kleine fair gehandelte Aufmerksamkeiten für liebe Menschen, vor allem Kunsthandwerkliches. Es gibt inzwischen eine sehr breite Palette an fairen Produkten, auch z.B. bei Kosmetik und Textilien.“

Auf welche Errungenschaften sind Sie besonders stolz, und was wünschen Sie sich für die Zukunft des AK Fairtrade?

„Ein Meilenstein war sicherlich der Beschluss des Stadtrats zur nachhaltigen Beschaffung, der 2019 aufgrund eines Antrags des Aktionskreises Fairtrade gefasst wurde. Von der Stadtverwaltung wurden wir gut unterstützt, zunächst von der Öffentlichkeitsarbeit und dem Kulturamt; seit einigen Jahren gibt es zwei weitere Stellen, die den Fairen Handel bzw. die faire Beschaffung voranbringen und eng mit dem Aktionskreis zusammenarbeiten. Für diese Unterstützung möchte ich mich herzlich bedanken, insbesondere auch bei unserer Ersten Bürgermeisterin Birgit Huber. Sicher wird auch Thomas Diebenbusch als neuer Bürgermeister das Projekt mit ganzem Herzen verfolgen, so wie er das bereits als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt getan hat. Ich hoffe sehr, dass in Oberasbach trotz derzeit knapper Mittel weiterhin nachhaltig beschafft wird. Es ist schön, dass es gelungen ist, ein breites Bündnis zu schaffen aus Stadtverwaltung, Vereinen, Schulen, Kirchengemeinden und Gewerbetreibenden, die sich für Fairen Handel einsetzen. Dem Aktionskreis Fairtrade wünsche ich, dass er viele Akteure erreicht und gut vernetzt, so dass möglichst viele Menschen zu fairem und nachhaltigem Konsum angeregt werden.“

Herzlichen Dank, liebe Frau Bartsch, für Ihr großes Engagement für den Fairen Handel und die Fairtrade-Stadt Oberasbach!

Der Oberasbacher Aktionskreis Fairtrade rückt die Fairness in den Handelsbeziehungen mit den Ländern des globalen Südens in den Blickpunkt. Derzeit sechs Aktive organisieren rund ums Jahr Vorträge, Filme und Ausstellungen zum Thema und sind mit Ständen bei Veranstaltungen präsent. Dank dieses Engagements darf Oberasbach seit 2017 den Titel Fairtrade-Stadt tragen. Unterstützt werden sie in ihrer Arbeit in der Stadtverwaltung von Sina Mixdorf und Steffi Rupprecht.
Weitere Infos auf www.fairtrade-oberasbach.de. Wer sich ebenfalls für Fairen Handel einsetzen möchte, ist jederzeit willkommen!
Kontakt: info@fairtrade-oberasbach.de

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