Bitte Hunde in der Natur anleinen!

Jagdpächter in Oberasbach zu sein, bedeutet für André Lämmermann, sich um den Wildbestand zu kümmern, den Zustand der Wildtiere und die Auswirkungen auf Wald, Felder und Wiesen im Blick zu halten. Die sogenannte Wildhege nimmt den überwiegenden Teil dieser Aufgabe ein, die eigentliche Jagd ist eher untergeordnet.
Umso wichtiger ist es dem 40-jährigen Oberasbacher immer wieder darauf hinzuweisen, wo Gefahren für den Wildbestand liegen. Natürlich zählen die zurückgedrängten Lebensräume der Wildpopulationen dazu. Die Anzahl der Hasen, Fasane und Rebhühner (Niederwild) ist rückläufig, obwohl zuletzt sehr erfolgreich einige Fasane am Asbachgrund ausgewildert wurden. Wichtig sind aber auch Rückzugsräume und Schutzzonen. Diese sind in unseren eher kleinen Waldflächen in Oberasbach schon sehr selten vorhanden. Üblicherweise ziehen sich Rehe und anderes Niederwild tagsüber weitgehend zurück und benötigen dringend ihre Ruhe.
Umso bedauerlicher sei es, so André Lämmermann, dass diese Fluchttiere tagsüber häufig von freilaufenden Hunden aufgeschreckt würden. Das störe nicht nur ihre Regeneration, sondern endete in einigen Fällen sogar tödlich. Die Jäger und der Jagdpächter haben im vergangenen Jahr vermehrt Wildunfälle außerhalb der Dämmerungszeiten feststellen müssen, in denen Rehe sonst Felder und Straßen überqueren. Insgesamt sind im letzten Jahr durch Unfälle und Risse 15 Rehe in Oberasbach getötet worden, den verwaisten Nachwuchs dabei noch unberücksichtigt. Die durch Hunde zugefügten Verletzungen führen nicht unmittelbar zum Tod, sondern lassen die Rehe vielmehr irgendwo im Unterholz jämmerlich eingehen, sei es aufgrund der Schwere der Verletzung oder durch die infizierte Wunde.
Die Gesamtzahl erscheint auf den ersten Blick nicht hoch zu sein. Wenn man jedoch bedenkt, dass die Abschussquote für Oberasbach jährlich 29 Rehe vorsieht, sieht die Welt schon anders aus. Die Abschussquote stellt einerseits sicher, dass Wald und Flur nicht durch eine Überpopulation nachhaltig geschädigt werden. Andererseits wird mit ihr der Tierbestand gesichert. Die Jäger entnehmen schwache Tiere, um den Bestand stark und fortpflanzungsfähig zu halten. Auf die Verfassung des Tieres und sein Geschlecht nimmt der Wildunfall keine Rücksicht. Nur noch weniger als die Hälfte können somit nach Bestandssicherungskriterien entnommen werden.
Somit gefährden nicht angeleinte Hunde, die Wildtiere unnötig aufschrecken und ggfs. auf ihrer Flucht vor ein Auto treiben, letztlich auch den Gesamtbestand. Ganz zu schweigen von Hunden, die Wildtieren Verletzungen zufügen.
Deshalb ergeht nochmals die Bitte an alle Hundebesitzer, verantwortungsvoll mit ihrem Tier in der freien Natur umzugehen.
Bitte leinen Sie Ihr Tier an, insbesondere in der Setz- und Brutzeit für Vögel und Wildtiere zwischen 1. März und 15. Juli! Gleiches gilt für das Betretungsverbot landwirtschaftlich genutzter Flächen während der Nutzzeit (bis Oktober/November)!
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